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Deutsche Meisterschaft im Torball am 20.03.2010 in Marburg
20.03.2010 St. Pauli Hamburg Deutscher Torballmeister! Medaillentraum geht für SG Hessen nicht in Erfüllung
Am 20.03.2010 wurde in den Sporthallen am Georg-Gaßmann-Stadion die deutsche Meisterschaft im Torball für Damen und Herren ausgespielt. Bei den Damen musste die Mannschaft aus Magdeburg aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen. Ebenso kurzfristig wurde beschlossen, dass die verbleibenden 5 Damenmannschaften in einer Hin- und Rückrunde gegeneinander spielen. Auf eine Finalrunde wurde dann allerdings verzichtet.
Für das Team der SG Hessen trat ein Konglomerat aus Frankfurter und Marburger Spielerinnen an, den ersten Schock galt es aber bereits am frühen Morgen zu verdauen, denn die Krankheit schlug erneut zu und die Hessinnen mussten auf ihre Mitspielerin Katrin Lüdeke verzichten. Man musste also die acht Spiele zu fünft bestreiten. Das Quintett bestand aus Elke Averesch, den beiden Debütantinnen Desiree Blum und Sabine Kuxdorf sowie Annemarie Landmann und Tanja Panter. Die fünf wurden während des gesamten Wochenendes hervorragend durch ihren Coach Katja Frisch betreut.
Als die SG Hessen ins Turnier eingriffen, waren bereits zwei Entscheidungen gefallen und die ersten Punkte gingen an Dortmund-Kirchderne bzw. es gab ein spannendes Remis zwischen der SG München/Hoffeld und St. Pauli. Die Hessinnen hatten in ihrem ersten Spiel mit dem deutschen Meister des vergangenen Jahres gleich einen „echten Kracher“ auf dem Programm. Der Coach hatte die Devise ausgegeben, vor allem auf die Defensive zu achten und dies gelang Centerfrau Tanja Panter, die durch die beiden erfahrenen Spielerinnen des Teams Annemarie Landmann und Elke Averesch unterstützt wurde, während großer Teile des Spiels auch. Geschickte Anweisungen in den Auszeiten der Dortmunder führten zu einem zwischenzeitlichen Rückstand von 1:3, den die Hessinnen aber egalisieren konnten. Leider gelang es aber nicht mehr die letztendliche 3:5-Niederlage zu verhindern.
Die aufmunternden Worte von Katja Frisch, dass man sich gegen den noch amtierenden deutschen Meister achtbar geschlagen habe, wirkten im zweiten Spiel des Tages gegen St. Pauli noch nach. Hier war man sehr auf sog. Hoppelbälle eingestellt, die man gut im Griff hatte und so stand das Spiel lange unentschieden. Die Damen vom Main und von der Lahn wollten aber dieses Unentschieden nicht einfach so hinnehmen und kämpften bis zur letzten Sekunde und durch einen Linienball gelang Annemarie Landmann der so wichtige 3:2-Führungstreffer, den man auch bis zum Abpfiff verteidigte und somit ein ausgeglichenes Punktekonto nach zwei Spielen aufwies.
Im dritten Spiel des Tages traf man auf die SG München/Hoffeld, die mit zwei Nationalspielerinnen sehr gut besetzt war. Auch hier wurden die Anweisungen der Trainerin die Mittelspielerin herauszunehmen gut umgesetzt, allerdings konnte man zunächst nicht kraftvoll genug werfen, um den Ball auch in den Maschen des gegnerischen Tores zu versenken. Nach der Halbzeit gelang es wesentlich besser, die Spielerinnen aus Bayern und Württemberg mit hohen Bällen zu überraschen und es gelang der zwischenzeitliche 4:4-Ausgleich. Im direkten Gegenzug bekam Elke Averesch den Ball allerdings lediglich an die Schuhspitzen und konnte ihn nicht ins Aus lenken. Schließlich musste man auch dieses Spiel knapp mit 5:4 abgeben. Wie bitter diese Niederlage noch sein sollte, vermochte man zu diesem frühen Zeitpunkt allerdings noch nicht zu sagen.
Die Vorrunde hatte mit Dortmund begonnen und sollte auch mit Dortmund enden, allerdings traf man nun auf den Stadtrivalen von Kirchderne – nämlich den Damen des BSSV. Die Damen im schwarz-gelben Dress hatten im Vorfeld auch einige Spiele hoch verloren. Ob die Hessinnen diesen Gegner daher zu leicht nahmen, lässt sich nicht mehr rekonstruieren, jedenfalls ging dieses Spiel mit 4:6 verloren und die Damen aus Dortmund konnten ihre ersten Punkte verbuchen.
In der nun folgenden Mittagspause konnten alle neue Kräfte für den zweiten Akt des Tages sammeln. Dann ging alles wieder von vorn los. Alles – nein irgendwie waren jetzt die Vorzeichen vertauscht. Im ersten Spiel der Rückrunde gelang den Damen vom BSSV Dortmund die perfekte Revanche gegen Kirchderne – evtl. beflügelt durch ihren vorigen Sieg gegen die Hessinnen. Auch die Damen aus München/Hoffeld, die durchaus zu den Titelkandidatinnen zählten, verloren ihr Spiel gegen St. Pauli. Nun hofften auch die Hessinnen, dass Fortuna ihnen wohl gesonnen war und sie weitere Punkte verbuchen konnten – aber ausgerechnet gegen den deutschen Meister 2010. Tatsächlich gelang das Wunder und die Hoppelbälle wurden zu einem regelrechten Drama für die Kirchderner Damen. Am Ende setzten sich die Hessen mit 7:3 durch.
Dieser Sieg hatte jedoch Kraft gekostet, Kraft die dann im nächsten Spiel gegen St. Pauli fehlte. Man hatte den Sprungbällen der Damen aus dem hohen Norden kaum etwas entgegen zu setzen und kassierte mit 2:7 die höchste Niederlage des Turniers. Erwähnenswert ist allerdings noch, dass der Meisterschaftsdebütantin Sabine Kuxdorf hier beinahe ein Linientreffer gelang, der am Ende des Tages hätte viel Wert sein können.
Nun hatte wohl Annemarie Landmanns große Stunde geschlagen, denn im Spiel gegen München/Hoffeld erzielte sie alle sieben Tore und rettete damit zwei weitere Punkte für die SG Hessen, wobei das 7:6 nicht gerade für eine konzentrierte Abwehrleistung auf beiden Seiten spricht.
Bevor man sich unter die wohlverdiente Dusche stellen durfte, traf man zum zweiten Mal auf den BSSV Dortmund. Man wollte auch hier wieder bis zum Ende kämpfen um schlussendlich ein ausgeglichenes Konto aufweisen zu können und bis zur Mitte der zweiten Halbzeit sah es auch nach einem Remis aus, aber kurz vor Beginn der letzten Spielminute kassierten die Hessinnen den Treffer zum 3:4 und nun fehlte die Zeit, einen erneuten Ausgleich in Angriff zu nehmen.
Besonders schade war, dass den Hessinnen lediglich ein Tor gefehlt hat, um auf den begehrten Bronzemedaillenplatz zu gelangen. C’est la vie!
Auch wenn Edelmetall für alle verpasst wurde, so durfte sich zumindest Annemarie Landmann über virtuelles Edelmetall freuen, denn mit den geworfenen 17 Toren war ihr der dritte Platz in der Torschützenliste nicht mehr zu nehmen.
Abschlusstabelle:
1. St. Pauli
2. SG München-Hoffeld
3. ISC Viktoria Dortmund-Kirchderne
4. SG Hessen
5. BSSV Dortmund
Elke Averesch
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